Kalziummangel bei neuen Substraten
Torffreie Substrate enthalten oft weniger Kalzium - warum das für die Pflanzengesundheit kritisch ist und wie Sie vorbeugen können.
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Die Verwendung torfreduzierter und torffreier Substrate gewinnt im Gartenbau zunehmend an Bedeutung. Sie tragen zur Ressourcenschonung bei und sind ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Produktionssysteme. Gleichzeitig bringen sie jedoch neue Herausforderungen mit sich – insbesondere in der Kalziumversorgung der Pflanzen.
Warum Kalzium so wichtig ist
Kalzium zählt zu den essenziellen Pflanzennährstoffen. Es stabilisiert die Zellwände, erhöht die Resistenz gegenüber Krankheiten und spielt eine wichtige Rolle für die Aufnahme anderer Nährstoffe, vor allem von Kalium. Ein stabiler Kalziumhaushalt ist daher die Grundlage für gesunde und widerstandsfähige Kulturen.
Weniger Kalk bedeutet weniger Kalzium
Torfreduzierte und torffreie Substrate enthalten – abhängig von ihrer Zusammensetzung – meist deutlich weniger Kalk als herkömmliche Torfsubstrate. Da Kalk die wichtigste Quelle für Kalzium darstellt, sinkt dadurch automatisch die Kalziumversorgung der Pflanzen. Eine unzureichende Versorgung kann die Stabilität der Zellwände beeinträchtigen und das Eindringen von Pilzkrankheiten begünstigen.
Kalziummangel erkennen – ein schwieriges Unterfangen
Ein Problem: Kalziummangel wird erst spät sichtbar. Die Symptome treten häufig erst 6 bis 8 Wochen nach dem eigentlichen Mangelereignis auf. Typische Anzeichen sind:
- verkrüppelte oder verzerrte junge Blätter
- Nekrosen an den Blattspitzen
- schwache Wurzelentwicklung
- erhöhter Botrytisdruck
Sind diese Symptome einmal sichtbar, lassen sie sich nicht mehr rückgängig machen. Vorbeugung ist daher entscheidend.
Gießwasserqualität und Nachdüngung beachten
Besonders in den Wintermonaten nutzen viele Betriebe verstärkt Regenwasser – dieses ist jedoch oft kalkarm. In dieser Phase ist es wichtig, die Kalziumversorgung aktiv abzusichern. Eine Möglichkeit ist die flüssige Nachdüngung mit kalziumhaltigen Nährsalzen. Bewährte Lösungen sind zum Beispiel:
Diese Produkte liefern neben den Hauptnährstoffen NPK und Magnesium auch pflanzenverfügbares Kalzium sowie alle wichtigen Spurenelemente. So bleibt die Versorgung auch in kalkarmen Substraten oder bei kalkarmem Gießwasser gewährleistet.
Einfluss auf die pH-Stabilität
Ein weiterer Aspekt ist die pH-Stabilität des Substrats. Kalk wirkt als wichtigstes Puffersystem und stabilisiert den Substrat-pH während der Kultur. Wird zu wenig Kalk eingesetzt, sinkt die Pufferkapazität – und damit die Stabilität des pH-Werts. Kompostanteile können zwar zur Stabilisierung beitragen, sind aber durch ihre Salzgehalte nur begrenzt einsetzbar.





