Lagerung und Topfzeitpunkt von Kultursubstraten

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    Als Anbauer hatte man es noch nie leicht und mit den stetig neuen gesetzlichen Regelungen (Düngemittel, Pflanzenschutz und Abfälle) steigen die Anforderungen. Nun wird es mit den Veränderungen im Bereich der Kultursubstrate nur noch komplizierter.
    Vor nicht allzu langer Zeit waren Kultursubstrate noch einfach – nur Torf, Kalk, Dünger und ein Netzmittel. Heute ist es jedoch weitaus komplexer. Die Substratmischungen enthalten nun eine Kombination aus verschiedenen Rohstoffen, Stickstoffkomponenten zum Ausgleich des Stickstoffbedarfs von Holzprodukten, zusätzlichem Osmocote zum Ausgleich der Auswaschung und zusätzlichen Netzmitteln zur Verbesserung der Wasseraufnahme und -haltekapazität.

    Wenn alles nach Plan verläuft, können diese neuen Kultursubstrate genauso gut funktionieren wie herkömmliche. Mit all diesen zusätzlichen Komponenten steigt jedoch auch die Fehleranfälligkeit. Jeder Inhaltsstoff kann das Substrat auf unterschiedliche Weise beeinflussen, und selbst kleine Abweichungen können später zu Problemen in der Kultur führen.

    Torf beispielsweise ist nahezu reaktionslos und daher relativ einfach zu handhaben. Im Gegensatz dazu kann Kokosfaser Natrium, Chlorid und Kalium enthalten – Elemente, die Leitfähigkeit (EC-Wert) der Mischung erhöhen.
    Rinde erfordert einen Zusatz von Stickstoff, um den Stickstoffverlust auszugleichen, aber dieser Stickstoff kann auch zu Beginn der Kultur zu einem Anstieg des EC-Wertes führen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Stickstoff in unkontrollierter Form, wie z. B. als Calciumnitrat, zugeführt wird. Im Gegensatz dazu geben Osmoform High N 8-10 Wochen (langsame Freisetzung) oder Osmocote N 5-6m (kontrollierte Freisetzung) den Stickstoff langsamer und kontrollierter ab.

    Minderwertige Düngemittel mit kontrollierter Freisetzung und organische Düngemittel können in der Kultur zu schnell zu viele Nährstoffe liefern, wenn Jungpflanzen diese noch nicht aufnehmen können. Osmocote 5 hingegen bietet ein besser kontrolliertes, S-förmiges Freisetzungsmuster, das sicherstellt, dass die Nährstoffe dann verfügbar sind, wenn die Pflanzen sie wirklich brauchen und stark genug sind, um sie aufzunehmen.

    Für Produzenten ist die richtige Lagerung von Kultursubstraten eine bekannte Herausforderung, insbesondere aufgrund der enthaltenen Zusatzstoffe. Da die Branche zunehmend auf Torf verzichtet, ist es wichtig zu verstehen, dass diese neuen nachhaltigen Substrate nicht wie guter Wein sind – sie werden mit zunehmendem Alter nicht besser. Die Lagerung von Kultursubstraten führt in der Regel zu steigenden EC-Werten.

     

    Topfzeiten: Das Timing ist entscheidend

    Die Wahl des richtigen Topfzeitpunkts ist ein weiterer entscheidender Faktor. Was wir aus der Lagerung von Kultursubstraten gelernt haben, sollte auch für den Zeitpunkt des Eintopfens gelten. Ein zu frühes Eintopfen kann zu ähnlichen Problemen führen wie bei der Lagerung von Substraten, nur dass diesmal die Töpfe betroffen sind. Im Grunde genommen „topfen“ Sie die Pflanze in ein sich zersetzendes Substrat mit steigendem EC-Wert, das noch nicht für das Wachstum bereit ist.

    Dies ist besonders wichtig beim Eintopfen empfindlicher Pflanzen wie Choisya, Skimmia, Lavendel und Daphne. Diese Pflanzen wurzeln im Winter nicht, sodass sie, wenn sie im Herbst eingetopft werden, in einem langsam zerfallenden Substrat stehen, was zu einem Anstieg des EC-Werts führt. Wenn die Temperaturen im März steigen und die Tageslichtstunden zunehmen, müssen die Pflanzen mit höheren EC-Werten zurechtkommen, die die Wurzelbildung erschweren können.

    Dieses Ungleichgewicht kann zu langsamem Wachstum oder im schlimmsten Fall zu Wurzelkrankheiten und sogar zum Absterben der Pflanze führen. Die Pflanze könnte Schwierigkeiten haben, sich zu etablieren, und die Chancen auf eine Erholung könnten gering sein.

     

    Anbaupläne: der bessere Ansatz

    Bei der Anbauplanung ist es wichtig, nichts zu überstürzen. Pflanzen Sie empfindliche Kulturen nicht zu früh ein. Warten Sie stattdessen, bis die Pflanze bereit ist zu wachsen, in der Regel, wenn die Temperaturen steigen und die Lichtmengen im Frühjahr zunehmen. Auf diese Weise kann sich die Pflanze in frischen Kultursubstraten mit einem niedrigen EC-Wert etablieren und ist zu Beginn ihres Wachstums besser in der Lage, die im Substrat vorhandenen Nährstoffe aufzunehmen.

    Die neuen Kultursubstrate verlangen ein neues Verständnis, eine angepasste Lagerung und die richtige Kulturplanung, um erfolgreich zu kultivieren.
    Seien Sie geduldig, planen Sie gründlich und Ihre Pflanzen werden es Ihnen danken.

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